Personal Branding ist längst kein Thema mehr, das nur Influencer, Coaches oder Unternehmer:innen betrifft. In vielen Branchen entscheiden heute Sichtbarkeit, Vertrauen und Wiedererkennung darüber, wer als Expert:in wahrgenommen wird und wer trotz hoher Fachkompetenz unsichtbar bleibt.
Gerade in einer Zeit, in der potenzielle Kund:innen, Geschäftspartner:innen, Bewerber:innen oder andere berufliche Kontakte vor einer Kontaktaufnahme zunächst online recherchieren, wird die eigene Personenmarke zu einem wichtigen Faktor. Menschen vertrauen Menschen. Deshalb gewinnt die persönliche Positionierung zunehmend an Bedeutung – oft sogar stärker als die Marke des Unternehmens selbst.

Su Reiter gehört zu den bekanntesten Stimmen für Kanzleimarketing und betreut auch über die Rechtsbranche hinaus Wirtschaftsunternehmen im Marketing.
Mit 15.000+ Follower:innen auf LinkedIn und jahrelanger Beratungserfahrung begleitet sie Führungspersonen und Teams dabei, sich im digitalen Wettbewerb klar zu positionieren und dauerhaft sichtbar zu bleiben.
→ Call vereinbarenDas Wichtigste auf einen Blick
- Personal Branding bedeutet den bewussten Aufbau einer persönlichen Marke. Ziel ist es, dass andere Menschen klar erkennen, wofür ihr fachlich steht und bei welchen Themen ihr als Expert:in wahrgenommen werden möchtet.
- Eine erfolgreiche Personenmarke basiert auf einer klaren Positionierung. Wer versucht, gleichzeitig für zu viele Themen bekannt zu werden, erschwert die eigene Wiedererkennbarkeit.
- Sichtbarkeit entsteht nicht durch einzelne Beiträge, sondern durch kontinuierliche Kommunikation. Regelmäßige Inhalte schaffen Vertrauen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, bei relevanten Fragen in Erinnerung zu bleiben.
- Gute Inhalte orientieren sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe. Fachwissen, persönliche Erfahrungen, aktuelle Einordnungen und Praxisbeispiele funktionieren am besten in Kombination.
- Für den Einstieg reichen häufig ein Kanal und ein klarer Themenfokus aus. Empfehlenswert sind maximal 3 Kernbereiche, die in den Beiträgen wiederholt vorkommen.
Was ist Personal Branding?
Für den Begriff Personal Branding gibt es keine einheitliche Definition. Grundsätzlich beschreibt er den strategischen Aufbau einer persönlichen Marke. Ziel ist es, dass andere Menschen eine klare Vorstellung davon entwickeln, wofür jemand fachlich steht und warum gerade er oder sie die richtige Ansprechperson für ein bestimmtes Thema ist.
Jeder Mensch ist bereits eine persönliche Marke, unabhängig davon, ob er diese aktiv gestaltet oder nicht. Die Frage ist daher, inwiefern man seine eigene Wahrnehmung nach außen bewusst steuern oder dem Zufall überlassen möchte.
Ein Beispiel: Wer regelmäßig Fachwissen zu einem bestimmten Thema veröffentlicht, wird langfristig mit diesem Themengebiet verbunden. Wer dagegen sehr unterschiedliche Inhalte ohne erkennbare Richtung oder gar nichts veröffentlicht, erschwert es anderen, eine klare Einordnung vorzunehmen.
Warum Personal Branding immer wichtiger wird
Kaufentscheidungen werden heute selten spontan getroffen. Bevor Menschen eine Dienstleistung buchen, eine:n Geschäftspartner.In kontaktieren oder eine:n Expert:in beauftragen, informieren sie sich online.
Dabei spielen nicht nur Unternehmenswebsites eine Rolle. Häufig werden LinkedIn-Profile, Artikel auf Fachportalen, Interviews, Podcasts oder Social-Media-Beiträge betrachtet. Interessent:innen möchten schließlich verstehen, mit wem sie zusammenarbeiten.
Personal Branding schafft an dieser Stelle Vertrauen. Wer regelmäßig hilfreiche Inhalte veröffentlicht, sich darin als ratgebende Person vorstellt und sein Fachwissen nachvollziehbar erklärt, baut über einen längeren Zeitraum Glaubwürdigkeit und eine sichtbare Expertise auf. Dadurch entstehen häufig Gespräche und Weiterempfehlungen, bevor überhaupt ein direkter Vertriebskontakt stattgefunden hat.
Muss ich bekannt sein, um eine Personal Brand zu haben?
Nein, jeder Mensch ist bereits eine Marke, egal ob bekannt oder nicht. Denn jede:r wird in seinem oder ihrem Umfeld mit bestimmten Eigenschaften und Themen assoziiert. Die Zahl der Follower:innen ist für den Erfolg einer Personenmarke oft deutlich weniger relevant als die Qualität der erreichten Zielgruppe.
Eine Expertin mit 2.000 relevanten Kontakten kann erfahrungsgemäß deutlich bessere Ergebnisse erzielen als jemand mit 50.000 eher unpassenden oder zu breit gestreuten Follower:innen. Nischen sind in diesem Bereich besonders vielversprechend, weil Expert:innen meist nicht die große Masse, sondern spezielle Zielgruppen (definiert z. B. im Hinblick auf Kaufkraft, Beruf, Geschlecht, Alter) ansprechen wollen.
Personal Branding beginnt mit einer klaren Positionierung
Der wichtigste Baustein jeder Personenmarke ist die Positionierung. Sie beantwortet die Frage, warum Menschen eine Person mit einem bestimmten Thema verbinden sollen. Viele Expert:innen verfügen über ein breites Wissen und können in unterschiedlichen Bereichen unterstützen. Für die Außenwahrnehmung ist jedoch häufig eine gewisse Fokussierung unbedingt notwendig, denn Menschen erinnern sich leichter an klare (und oft wiederholte) Botschaften als an komplexe Leistungsportfolios.
Ein Beispiel: Ein erfahrener IT-Berater kann etwa über Digitalisierung, Projektmanagement, Softwareentwicklung, Datenschutz und KI sprechen. Für die Positionierung kann es jedoch sinnvoll sein, zunächst einen Schwerpunkt zu setzen und diesen konsequent sichtbar zu machen.
Das bedeutet nicht, dass andere Kompetenzen völlig aus dem Sichtfeld verschwinden müssen. Es bedeutet lediglich, dass in der Kommunikation ein ganz bestimmtes Thema priorisiert wird, um gezielt eine Marke in diesem Bereich aufzubauen. Wer versucht, gleichzeitig für 10 verschiedene Themen bekannt zu werden, erreicht häufig das Gegenteil.
Mein Tipp: Der erste Schritt besteht oft darin, bis zu 3 Kernthemen für sich zu definieren. Diese Themen bilden anschließend die Grundlage für Inhalte, Vorträge, Interviews und Social-Media-Aktivitäten.
Schritt für Schritt zum Aufbau einer Personal Branding Strategie
Erfolgreiches Personal Branding entsteht auf Grundlage einer langfristigen Strategie. Zunächst definieren wir gemeinsam, welche Zielgruppe ihr erreichen möchtet. Die Inhalte für CEOs unterscheiden sich beispielsweise deutlich von den Inhalten für Selbstständige, Angestellte oder Marketing-Profis.
Anschließend wählen wir zusammen passende Content-Formate aus. Dazu können Fachartikel, LinkedIn-Beiträge, Newsletter, Podcasts, Videos oder Gastbeiträge gehören. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Kanäle, sondern die konsequente Nutzung der wichtigsten Kanäle, auf die wir uns in den ersten Monaten konzentrieren.
Viele Expert:innen machen den Fehler, gleichzeitig LinkedIn, Instagram, YouTube, TikTok, Podcast und Newsletter aufbauen zu wollen. In der Praxis fehlen dafür häufig Zeit und Ressourcen. Erfolgreicher ist meist ein klarer Fokus auf einen Hauptkanal, für den speziell Content produziert wird. Im Idealfall kann man den Inhalt dann auf anderen Plattformen wiederverwenden.
Ein realistischer Start könnte beispielsweise so aussehen:
- Profil auf LinkedIn optimieren
- 2-3 Kernthemen definieren
- Pro Woche 1-3 Beiträge veröffentlichen
- Relevante Kontakte aktiv vernetzen
- Ergebnisse nach einigen Wochen und Monaten auswerten
Dieser strukturierte Ansatz schafft oft deutlich bessere Ergebnisse als kurzfristige Aktivität ohne klare Strategie. Gerne unterstützen mein Team und ich bei allen genannten Punkten – sowohl strategisch als auch operativ. Mehr dazu erfahrt ihr in dem Beitrag zum Thema LinkedIn Marketing.
Content-Formate für ein erfolgreiches Personal Branding
Viele Menschen glauben, dass Personal Branding bedeutet, ständig über sich selbst zu sprechen. Tatsächlich funktionieren Inhalte häufig besser, wenn sie die Fragen und Probleme der Zielgruppe in den Mittelpunkt stellen und dabei gleichzeitig die eigene Expertise sichtbar machen.
Fachwissen verständlich erklären: Komplexe Themen verständlich aufzubereiten zeigt Expertise und hilft der Zielgruppe gleichzeitig weiter. Dadurch entsteht Vertrauen.
Eigene Erfahrungen teilen: Praxisbeispiele machen Inhalte greifbar. Menschen lernen häufig leichter anhand konkreter Situationen als durch abstrakte Fachinformationen.
Einordnungen und Meinungen liefern: Wer Entwicklungen analysiert und verständlich einordnet, wird häufiger als Expert:in wahrgenommen als jemand, der lediglich Nachrichten weiterverbreitet.
Einblicke in Arbeitsweisen geben: Nicht jeder Inhalt muss rein fachlich sein. Auch Einblicke in Projekte, Denkprozesse oder Herausforderungen können Vertrauen schaffen und die Persönlichkeit hinter der Expertise sichtbar machen.
Gute Inhalte orientieren sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe und nicht an kurzfristigen Algorithmen. Es geht also nicht darum, jeden Trend mitzumachen und andere zu “kopieren”, die bereits erfolgreich sind, aber eine völlig andere Zielgruppe bedienen.
So geht Personal Branding auf LinkedIn
Für viele Expert:innen hat sich LinkedIn als die wichtigste Plattform für Personal Branding etabliert. Hier treffen Fachwissen, Networking und Sichtbarkeit direkt aufeinander.
Das Profil fungiert dabei als digitale Visitenkarte. Wer auf einen Beitrag aufmerksam wird, besucht häufig anschließend das Profil. Deshalb sollten Profilbild, Titel, Beschreibung und Inhalte ein einheitliches Bild vermitteln.
LinkedIn allein reicht jedoch nicht immer aus. Eine eigene Website, Fachartikel oder ein Newsletter können die persönliche Marke zusätzlich stärken und unabhängiger von Plattformen machen.
Mein Tipp: Veröffentlicht eure Inhalte vor allem dort, wo sich eure Zielgruppe tatsächlich aufhält. Nicht jede Plattform ist für jede Branche oder Zielgruppe gleichermaßen geeignet. Auf LinkedIn erreichen beispielsweise Dienstleister:innen oder Selbstständige viele kaufkräftige Menschen aus dem B2B-Sektor. Richtet man sich jedoch an eine B2C-Zielgruppe (z. B. Privatpersonen, Verbraucher:innen), ist Google eine viel bessere Anlaufstelle, da diese Menschen häufiger googlen anstatt sich auf LinkedIn zu vernetzen.
Fazit
Personal Branding ist strategisch gewählte Sichtbarkeit. Ziel ist es, eure Expertise sichtbar zu machen, Vertrauen aufzubauen und langfristig als Ansprechperson für bestimmte Themen wahrgenommen zu werden. Der Aufbau einer starken Personenmarke erfolgt jedoch nicht über Nacht. Wer konsequent relevante Inhalte veröffentlicht, seine Positionierung schärft und einen klaren Mehrwert bietet, kann sich langfristig als Expert:in in seinem Fachgebiet etablieren.
Ihr wollt endlich mit dem Thema Personal Branding anfangen oder eure Positionierung, Content-Strategie oder Sichtbarkeit gezielt weiterentwickeln? Kontaktiert uns gerne für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir gemeinsam eure Ziele und Möglichkeiten besprechen.










