Juristischer Content: Kanzleimarketing mit Mehrwert

Juristische Dienstleistungen werden heute kaum noch über Empfehlungen allein gefunden. Mandant:innen, Unternehmen und Entscheider:innen informieren sich vorab im Internet, vergleichen Kanzleien und lesen Inhalte, lange bevor sie Kontakt aufnehmen. Wer in dieser Phase nicht sichtbar ist, findet im Internet schlicht nicht statt. Gleichzeitig ist der Anspruch an juristische Inhalte hoch: Sie müssen fachlich korrekt sein, verständlich erklären und Vertrauen aufbauen, ohne berufsrechtliche Risiken zu riskieren. Genau an dieser Stelle gewinnt juristischer Content im Kanzleimarketing zunehmend an Bedeutung.

Su Reiter gehört zu den bekanntesten Stimmen für Kanzleimarketing im deutschsprachigen Raum. Mit 15.000+ Follower:innen aus der Rechtsbranche auf LinkedIn und jahrelanger Beratungserfahrung im Marketing auf dem Rechtsmarkt begleitet sie Kanzleien und juristische Unternehmen dabei, sich im digitalen Wettbewerb klar zu positionieren und dauerhaft sichtbar zu bleiben.

Gerne unterstützen wir auch Sie dabei, ihre eigene Kanzleistrategie zu finden und erfolgreich umzusetzen. Ein unverbindliches, digitales Erstgespräch (30 Min per Videocall oder Telefonat) ist bei uns immer kostenlos.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Juristischer Content schafft Orientierung für Ratsuchende und wirkt daher besonders gut in einem vertrauensbasierten Markt wie der Rechtsbranche.
  • Erfolgreiche Inhalte entstehen aus klarer Positionierung und konkreten Fragestellungen, nicht aus abstrakten Themen oder vielen Kategorien.
  • Verständlichkeit und juristische Präzision schließen sich nicht aus, sondern verstärken sich gegenseitig, wenn die Inhalte strategisch geplant sind.
  • SEO-Content und LinkedIn-Beiträge verfolgen unterschiedliche Ziele, sollten aber strategisch aufeinander abgestimmt sein.
  • Gut geplante Inhalte sind für Kanzleien nachhaltiger als unregelmäßige Postings auf vielen Kanälen.

Was juristischer Content im Kanzleimarketing bedeutet

Juristischer Content (engl. “Content” = Inhalte) meint fachlich fundierte, verständlich aufbereitete Inhalte aus der Rechtsbranche, die reale Fragen von Mandant:innen, Entscheider:innen oder Bewerber:innen beantworten.

Dabei geht es nicht darum, juristische Beratung zu ersetzen oder Gesetzestexte zusammenzufassen. Konkret handelt es sich dabei häufig um Ratgeberartikel zu typischen Rechtsfragen aus der Praxis. Dazu zählen etwa Beiträge wie:

  • „Kündigung wegen Eigenbedarfs: Was tun als Mieter?“
  • „Was tun bei einer Hausdurchsuchung?“
  • „Blaue Karte EU: Voraussetzungen und Mindestgehalt“
  • „Wie läuft ein Immobilienkauf beim Notar ab?“ 
  • „Wann droht eine persönliche Haftung des Geschäftsführers?“

Solche Inhalte greifen reale rechtliche Konflikte auf, ordnen Situationen in die geltende Rechtslage ein und zeigen typische Lösungsmöglichkeiten auf, ohne eine individuelle Beratung vorwegzunehmen.

Der strategische Gedanke dahinter ist bewusst kein werblicher. Juristischer Content verfolgt das Prinzip, mit fachlicher Leistung in Vorleistung zu gehen. Kanzleien geben Einblick in die Rechtslage, teilen Wissen und schaffen Orientierung, wo Unsicherheit besteht. Der Mehrwert für die Leser:innen steht im Vordergrund, nicht die unmittelbare Mandatsakquise.

Gerade dadurch entsteht Vertrauen. Wer sich in einem Fachbeitrag abgeholt und ernst genommen fühlt, entwickelt eher die Bereitschaft, im nächsten Schritt Kontakt aufzunehmen. Juristischer Content verkauft nicht durch Versprechen, sondern durch Inhalte mit Mehrwert – und schafft so die Grundlage für gezielte, qualitativ passende Anfragen.

Beispiele für juristischen Content

Der Begriff “Content” bezieht sich dabei nicht nur auf Texte, sondern beinhaltet grundsätzlich alle Inhalte im Internet. In der Praxis umfasst juristischer Content insbesondere:

Entscheidend ist dabei nicht das Format, sondern die inhaltliche Tiefe und strategische Ausrichtung.

Wie juristischer Content für Anwälte, Steuerberater und Notare funktioniert

Der Rechtsmarkt ist kein Impulskaufmarkt. Mandant:innen treffen ihre Entscheidung selten spontan, sondern nach intensiver Recherche. Sie vergleichen, lesen, informieren sich – häufig lange, bevor sie überhaupt Kontakt aufnehmen. Juristischer Content wirkt genau in dieser Phase. 

Juristischer Content …

  • baut Vertrauen auf, bevor ein Gespräch stattfindet
  • reduziert Unsicherheit bei komplexen rechtlichen Fragen
  • positioniert die Kanzlei fachlich klar
  • sorgt für langfristige Auffindbarkeit über Suchmaschinen wie Google
  • ist berufsrechtlich deutlich sicherer als klassische Werbung (mehr dazu unter: Kanzleimarketing und Berufsrecht)

Gerade in einem Markt mit hohem Wettbewerbsdruck ist es ein strategischer Vorteil, nicht nur sichtbar zu sein, sondern auch inhaltlich relevant.

Juristischer Content: Typische Fehler und ihre Folgen

Zu abstrakte Themenwahl

Viele Kanzleien schreiben Inhalte, die aus interner Sicht logisch erscheinen, aber an der Realität der Suchenden vorbeigehen. Texte wie „Allgemeines zum Arbeitsrecht“ oder „Unsere Leistungen im Steuerrecht“ schaffen kaum Sichtbarkeit und haben inhaltlich auch eher wenig Relevanz für die Zielgruppe: 

  • Die Folge: Inhalte existieren, werden aber nicht gefunden – weder bei Google noch von potenziellen Mandant:innen. 
  • Stattdessen gilt die Faustregel: Je nischiger das Thema, desto besser sind die Chancen, die richtige Zielgruppe zu erreichen und sich gegen den Wettbewerb durchzusetzen.

Fachlich korrekt, aber unverständlich

Ein weiterer häufiger Fehler liegt in der Sprache. Juristische Präzision wird mit maximaler Komplexität gleichgesetzt. Lange Schachtelsätze, mehrere Fachbegriffe in einem Abschnitt und reine Paragrafenlogik schrecken Leser:innen ab und sorgen dafür, dass es gar nicht erst zur Kontaktaufnahme kommt.

  • Die Folge: Die Texte werden nicht gelesen, nicht verstanden und nicht als hilfreich wahrgenommen, selbst wenn sie inhaltlich vollkommen richtig sind.
  • Stattdessen gilt die Faustregel: Setzen Sie – je nach Zielgruppe – möglichst gar kein rechtliches Vorwissen voraus. Erklären Sie die Rechtslage und ihre Auswirkungen auf das echte Leben, anstatt sie nur wiederzugeben. Übersetzen Sie die juristische Fachsprache in normale Alltagssprache.

Aktionismus statt Strategie

Blog, LinkedIn, Newsletter, Website – alles gleichzeitig, aber nichts konsequent. Ohne klare Priorität und ohne langfristige Planung verpufft der Aufwand schnell. Viele Kanzleien wollen für maximale Sichtbarkeit alles auf einmal machen, was häufig dazu führt, dass am Ende gar nichts passiert.

  • Die Folge: Kanzleien mit begrenzten Zeitressourcen verlieren nach einer gewissen Zeit die Motivation, obwohl der Ansatz grundsätzlich richtig wäre.
  • Stattdessen gilt die Faustregel: Lieber vorher auf das “große Ganze” schauen und gemeinsam herausfinden, welche Strategie die beste für Ihre Kanzlei ist. Alle Schritte, die danach erfolgen, sollten sich an dieser Strategie orientieren. Lieber klein anfangen und später skalieren.

Wie juristischer Content strategisch aufgebaut wird

Klare Positionierung als Ausgangspunkt

Bevor Inhalte entstehen, braucht es Klarheit:

  • Welche Rechtsgebiete sind thematisch wirtschaftlich für die Kanzlei relevant?
  • Welche Mandate sollen (in welchem Umfang) häufiger gewonnen werden?
  • Für welche Themen soll die Kanzlei bekannt sein? Für welche Themen möchte die Kanzlei lieber nicht stehen?

Erst aus dieser Positionierung ergeben sich sinnvolle Inhalte. Wer versucht, „alles abzudecken“, wird online selten als Expert:in für ein bestimmtes Thema wahrgenommen. In diesem Fall ist abzusehen, dass der Streuverlust hoch sein wird.

Strategie und Konzeption

Ist die inhaltliche Ausrichtung der Kanzlei geklärt, folgt der entscheidende konzeptionelle Schritt: die systematische Analyse dessen, wonach die Zielgruppe tatsächlich sucht. An dieser Stelle wird aus einer inhaltlichen Idee eine belastbare Content-Strategie. Erfahren Sie mehr über unsere Leistungen aus dem Bereich Beratung und Konzeption.

Grundlage hierfür ist eine Keyword-Recherche. Sie zeigt, mit welchen Begriffen, Fragen und Formulierungen Mandant:innen bei Google nach rechtlicher Unterstützung suchen. Dabei geht es nicht um interne Kanzleibezeichnungen oder juristische Fachterminologie, sondern um die reale Sprache der Suchenden. Google stellt diese Informationen bereits kostenlos zur Verfügung, etwa durch Suchanfragen, verwandte Begriffe und häufige Fragen. Sie müssen jedoch strukturiert ausgewertet und eingeordnet werden.

Auf Basis dieser Recherche entsteht ein Contentplan, der festlegt, welche Themen in welcher Tiefe und Reihenfolge behandelt werden. So wird sichtbar, welche Inhalte für die Kanzlei strategisch sinnvoll sind, wo realistisches Ranking-Potenzial besteht und welche Themen eher Streuverluste verursachen würden. Der Contentplan sorgt dafür, dass Texte nicht isoliert entstehen, sondern aufeinander aufbauen und die Kanzlei Schritt für Schritt als thematische Autorität positionieren.

SEO-Content mit konkretem Nutzen

Erst wenn klar ist, welche Fragen beantwortet werden sollen und warum, beginnt die eigentliche Texterstellung für Kanzleien. Dieser Zwischenschritt ist entscheidend, um juristischen Content nicht „ins Blaue hinein“ zu produzieren, sondern gezielt dort präsent zu sein, wo potenzielle Mandant:innen aktiv nach Unterstützung suchen.

SEO-Content bezeichnet Inhalte, die so konzipiert und geschrieben sind, dass sie über Suchmaschinen – insbesondere Google – auffindbar sind. Im Kern geht es darum, fachliche Inhalte gezielt an den Suchanfragen der Zielgruppe auszurichten und sie strukturiert, verständlich und thematisch eindeutig aufzubereiten.

Für Kanzleien bedeutet SEO-Content nicht, Texte für Suchmaschinen zu schreiben, sondern für Menschen, die über Google nach rechtlicher Hilfe suchen. Durch eine klare Themenfokussierung, nachvollziehbare Gliederung und die gezielte Beantwortung konkreter Fragen entsteht Content, der sowohl inhaltlich überzeugt als auch langfristig Sichtbarkeit aufbaut.

Erfolgreicher juristischer SEO-Content orientiert sich demnach an echten Fragen, etwa:

  • „Kündigung wegen Eigenbedarf – was tun?“
  • „Scheidung beantragen“
  • „Kündigung Kaufvertrag Frist“

SEO-Content ist damit ein nachhaltiger Bestandteil der digitalen Kanzleistrategie: Ein einmal gut erstellter Fachartikel kann über Jahre hinweg relevant bleiben und kontinuierlich qualifizierte Anfragen vorbereiten.

Die Texte selbst liefern keine Rechtsberatung, aber Orientierung: rechtlicher Rahmen, typische Fehler, Entscheidungshilfen und Hinweise, wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist. Sie liefern einen eigenständigen Mehrwert und eröffnen die Tür zum Anwalt oder zur Anwältin, die den individuellen Fall dann im Rahmen einer Rechtsberatung und -vertretung prüfen und begleiten kann. 

Social Media für Kanzleien: Juristischer Content auf LinkedIn

LinkedIn folgt einer anderen Logik als Suchmaschinen wie Google. Reichweite entsteht nicht durch Suchbegriffe (“Keywords”), sondern durch Relevanz, Perspektive und Persönlichkeit. Beim Thema Social Media für Kanzleien braucht es eine klare Strategie. 

Statt rein erklärender Inhalte funktionieren hier:

  • praxisnahe Beobachtungen und Erkenntnisse 
  • (verständliche) Einordnung aktueller Entwicklungen
  • typische Fehler von Ratsuchenden mit ähnlichen Problemen
  • persönliche Erfahrungen und Einblicke in den Kanzleialltag

Ein Beispiel für LinkedIn für Kanzleien: Nicht „§ 823 BGB erklärt“, sondern „Warum Schadensersatzansprüche in der Praxis oft scheitern trotz klarer Rechtslage.“ So entsteht Wiedererkennung und Vertrauen, besonders bei Entscheider:innen aus dem B2B-Bereich und potenziellen Mandant:innen aus dem B2C-Bereich. Erfahren Sie mehr zum Thema LinkedIn Marketing.

Fazit

Juristischer Content ist kein kurzfristiger Marketingtrend. Richtig aufgebaut, ist digitales Kanzleimarketing eine dauerhafte Infrastruktur für Kanzleien. Er schafft Vertrauen vor dem Erstkontakt, wirkt langfristig unabhängig von Werbebudgets und kann Mandatsgewinnung, Reputation und Recruiting unterstützen.

Wenn Sie juristischen Content gezielt und strategisch aufbauen möchten, begleiten wir Sie gerne dabei. Nehmen Sie Kontakt auf und lassen Sie uns gemeinsam über Ihre Möglichkeiten sprechen.

Su Reiter

✓ Content-Strategin mit mit juristischem Hintergrund
✓ Mehr als 8 Jahre Erfahrung in der Medienbranche
✓ Gründerin der juristischen Contentplattform legalnerd
✓ Über 15.000 Menschen folgen ihr auf LinkedIn

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